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Wie du deine Zeit als Mama verschwendest

 

 

Wie du deine Zeit als Mama verschwendest

von Jessica Smartt

 

Was ist deine größte Sorge bezüglich deiner Kinder? Was ist deine schlimmste Befürchtung?

Die Sorge, die mich gestern Nacht wach liegen ließ, und nicht mehr losgelassen hat, ist:

Was, wenn meine Kinder erwachsen und ausgezogen sind, und ich habe die Zeit mit ihnen verschwendet? Ich habe die Zeit ungenutzt verstreichen lassen. Die Zeit, in der sie klein waren. Ich habe die Chance verpasst, bewusst Mama zu sein.

Heute habe ich diese Chance. Die Zeit als Mama meiner Kinder zu nutzen. Gott sei Dank. Und du hast die Chance auch.

Es hilft mir die Verwirklichung dieses Alptraums zu verhindern, wenn ich mir genau vorstelle, wie das aussehen würden. Wie wäre es, wenn ich meine Zeit als Mama verschwendet hätte? Wenn ich dieses Geschenk, "Mama" gerufen zu werden, nicht beachtet und wertgeschätzt hätte?

Ich glaube, ich weiß es. Hier ist eine Anleitung dazu, wie du deine Zeit als Mama verschwenden kannst:

 

- Immer im Hinterkopf einen Countdown zu haben "bis irgendwann". Bis zur Schlafenszeit. Bis die Schule anfängt. Bis ich nicht mehr schwanger bin. Bis ich nicht mehr stillen muss. Bis wir Urlaub haben. Denke daran, dass jetzt eine unwiederbringlich schöne Zeit ist.

- Bleib so viel wie möglich zuhause. Du bist müde. Vermeide die spontanen Besuche und Familienausflüge. Drinnen zu bleiben ist sicher, und viel weniger Arbeit.

- Wenn du mit deinen Kinder zusammen bist, sei gedanklich immer bei deiner Arbeit, oder deinen Projekten. Sei bei ihnen, aber nicht wirklich bei ihnen. Was du auch tust, höre nicht richtig zu, wenn sie ihre kleinen Geschichten erzählen, Fragen stellen, oder Ideen äußern.

- Entschuldige dich nicht bei deinen Kindern. Stattdessen, versuche deine Fehler so lange wie möglich zu vertuschen und klein zu reden, bis du selbst verzweifelt davon überzeugt bist, was für eine schlechte Mutter du bist.

- Ärgere dich ausgiebig darüber, wenn jemand krank wird. Lass so oft wie möglich den Fernseher laufen. Vermeide es, mit dem kranken Kind zu kuscheln, es zu streicheln, Geschichten zu erzählen, und mit ihm zu beten. Murre häufig, am besten öffentlich. Verachte die Gelegenheiten zu lieben, zu dienen, und die kleinen Herzen zu erreichen, wenn sie ruhig und bedürftig sind.

- Konzentriere dich krampfhaft auf ein bestimmtes Problem eines Kindes. Erinnere dich immer wieder daran, dass du das in Griff bekommen musst. Lass es alles andere überschatten - deine Freizeit, deine Ehe, deine Freundschaften. Frage beständig deinen besten Freund Google um Rat.

- Mach alles alleine. Sorg dafür, dass dein Mann mitbekommt, wie überarbeitet, gestresst und unzufrieden du bist. Gleichzeitig lass ihn wissen, dass DU die einzige bist, die das alles richtig machen kann.

- Denk daran, dass Nervenzusammenbrüche, chronische Krankheiten, und Depressionen ganz normal sind. Ignoriere sie einfach, und mach weiter. Vermeide unter allen Umständen jede Hilfe, Beratung oder Medikamente, denn gute Mamas brauchen so etwas nicht.

- Nimm dir nicht die Zeit, dich zu erholen, gesund zu leben, oder Sport zu machen. Sei ein Märtyrer, und sorge dafür, dass alle anderen mitbekommen, wie müde und erschöpft du bist.

- Ärgere dich gründlich, wenn etwas nicht perfekt ist. Vor allem Geburtstagspartys und Urlaube. Investiere viel Geld und Zeit, damit diese Dinge genau so laufen, wie du sie dir vorgestellt hast.

- Halte dich immer an den Tagesplan. Plane viele Dinge ein, und lass dich dadurch stressen, dass nicht alle pünktlich sind. Sei immer irgendwie und irgendwo verplant.

- Strebe danach, ein makellos sauberes und ordentliches Haus zu haben. Vermeide daher: Selbstgebaute Hütten, Knete, Kinder die beim Kochen oder backen helfen, oder irgendwelche naturwissenschaftliche Experimente und Basteleien.

- Was du auch tust, lass dich nicht zu diesen zeitverschwendenden Aktivitäten überreden: Brettspiele, Gute-Nacht-Gespräche, und sinnlose Spaziergänge. Achte vielmehr darauf, dass dein Emailpostfach regelmäßig aufgeräumt wird, und keine Mail ungelesen bleibt.

- Und das wichtigste: Behalte dein Smartphone immer im Auge. Dieses kleine Gerät ist deine Rettungsleine. Hab es immer dabei, und nimm es sofort zur Hand, wenn du dich langweist. Speichere dir viele Erinnerungen ein, die laut klingeln, damit du nichts vergisst. Sei verärgert, wenn ein Kind dich stört, während du mit deinem Smartphone beschäftigt bist.

 

Nun, du hast meine Liste gelesen, und natürlich verstehst du, wie das gemeint ist.

Gott hat uns in unseren Kindern ein unglaubliches Geschenk gemacht. Jeder Tag mit ihnen ist ein Geschenk. Und auch die Erkenntnis ist ein Geschenk:

 

"Lass mich mein Ende wissen, o HERR, und was das Maß meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin!" Psalm 39,5

 

 

 

22.3.17 20:19


Was den Charakter unserer Kinder beeinflusst

 


 

Was den Charakter  unserer Kinder beeinflusst

von Susanne Hiller

 

Eine der ersten Erinnerungen aus meiner Kindheit ist die, dass mein großer Bruder und ich uns mit unseren Kopfkissen jeder vor einen großen Lautsprecher unserer Stereoanlage im Wohnzimmer legten, und Kassetten hörten. Meine Lieblingskassette war "Eine Mutter für viele Kinder" und handelte von Eva von Thiele-Winkler, einer jungen Adligen um 1900, die ihre Aufgabe darin sah, heimatlosen Kindern eine Heimat zu schaffen. Ich kann nicht sagen, wie stark diese Kassette aus meinen frühen Kinderjahren mein Denken geprägt hat.

Kaum konnte ich lesen, hatte ich kein lieberes Hobby, als mich mit einem Buch zu verkriechen. Und auch da hatte ich ein klares Lieblingsbuch: "Stärker als tausend Wasserbüffel". Eine Erzählung der Lebensgeschichte von Gladys Aylward, einer jungen britischen Chinamissionarin, die während des zweiten Weltkrieges viele Waisenkinder bei sich aufnahm, und mit über hundert von ihnen über die Berge floh.

Die Geschichten mutiger, selbstaufopfernder Frauen wie Amy Carmichael, Elisabeth Elliot, Susanna Wesley, und viele mehr, faszinierten mich. Sie gaben mir als jungem Mädchen eine klare Sicht dafür, was meine Aufgabe in dieser Welt ist. Weit entfernt von den Teenagern meines Alters, drehten sich meine Gedanken nicht um Glitzernagellack, Handtaschen, und Fernsehserien. Ich brannte darauf, wie meine großartigen Vorbilder Gott zu dienen, und für ihn und andere zu leben.

 

Medien

Die Medien, mit denen unsere Kinder aufwachsen, können die Entwicklung eines guten Charakters unterstützen, oder dem entgegenwirken. Es ist ganz natürlich, dass unsere Kinder von Musik, Hörbüchern, Filme etc. geprägt werden, und umso wichtiger ist es, dass wir sie sorgfältig auswählen.

Meine drei Jungs lieben Bob der Baumeister, und spielen das Gesehene und Gehörte bei jeder Gelegenheit nach. Ich habe nichts dagegen, denn Bob der Baumeister ist ein hart arbeitender sympathischer Bauarbeiter. Das Team arbeitet gut zusammen, bewältigt gemeinsam Konflikte, und alle reden freundlich miteinander. Es handelt sich also um einen positiven Einfluss.

Welche Filme sehen unsere Kinder? Was begegnet ihnen im Internet? Was hören sie im Radio? Welche Bücher lesen sie? Als Eltern sollten wir immer auf der Hut sein. Bevor unsere Kinder alt und weise genug sind, selbst zu entscheiden, was ihnen gut tut, müssen wir das Schlechte von ihnen fernhalten, und aktiv das Gute fördern.

Ich weiß nicht, welche Romane ich gelesen hätte, oder womit ich sonst meine Zeit verschwendet hätte, wenn mein Vater nicht darauf geachtet hätte, dass ich immer eine spannende Biographie zu lesen habe. Nichts ist für Teenager aufregender und inspirierender als die Erlebnisse von Menschen, die tatsächlich gelebt haben.

Das führt mich direkt zum nächsten Punkt:

 

Vorbilder

Figuren in konsumierten Medien können gute Vorbilder für unsere Kinder sein. Doch noch lauter sprechen die Vorbilder ihrer realen Welt. Und das wichtigste Vorbild unserer Kinder sind wir, ihre Eltern.

Wenn wir nicht den Charakter haben, den wir von ihnen erwarten, dann ist alle Mühe umsonst. Unsere Kinder beobachten genau, wie wir mit unserem Ehepartner umgehen, und wie wir über andere sprechen, wenn diese nicht anwesend sind. Sie wissen, ob unsere Freundlichkeit gegenüber einer minderbemittelten Familie echt und herzlich ist, oder geheuchelt und abweisend. Sie erkennen schnell ob die Opfer, die wir für die Gemeinde und in der Gastfreundschaft bringen, gern und fröhlich gebracht werden, oder geizig, und mit Murren. Wie wichtig ist es, dass unser Herz erneuert ist, und die Frucht des Geistes hervorbringt, damit wir unseren Kindern keinen Anstoß zur Sünde geben.

" Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß [zur Sünde] gibt, für den wäre es besser, dass ein großer Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde." Matthäus 18,6

Weitere Vorbilder, die auch außerhalb der Familie wichtige Bezugspersonen für unsere Kinder werden können, sind gläubige Großeltern, Tanten, Onkel, junge Erwachsene in der Gemeinde, und christliche Familien.

 

Spielgefährten

Man kann nicht leugnen, welch großen Einfluss gleichaltrige Spielgefährten auf unsere Kinder ausüben.

Wenn wir an den Vers denken "Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!" (1 Korinther 15,33) dann wird uns klar, dass es entscheidend ist, gute Freunde für unsere Kinder zu finden. Wir treffen uns gerne mit anderen christlichen Familien, die Kinder im gleichen Alter haben, um gezielt Freundschaften herbeizuführen und zu fördern. So hoffen wir, dass die Kinder sich durch gutes Verhalten gegenseitig anspornen in der Entwicklung eines biblischen Charakters. Vor allem auch darin, wie man Frieden stiftet und Konflikte ausräumt, wenn etwas schief gelaufen ist.

Gnade

Ein guter Charakter entsteht nicht über Nacht. Es ist ein langer Prozess, den auch wir als Mamas noch nicht abgeschlossen haben, und bei dem wir unsere Kinder begleiten dürfen. Ich selbst profitiere sehr davon, mit meinen Kindern Bibelverse zu guten Charaktereigenschaften auswendig zu lernen, und möchte dadurch weiter darin wachsen, Christus ähnlicher zu werden.

Wie schön ist es, wenn wir mit unseren Kinder zusammen diesen Weg gehen können. Um ihnen ein gutes Vorbild zu sein, müssen wir ihnen nicht vorheucheln, wir seien perfekt. Vielmehr ist es ermutigend für sie, wenn sie sehen, wie wir auch sündigen, uns damit aber hemmungslos auf Jesus werfen. Es soll in ihnen den Wunsch erwecken, mit ihrem eigenen Versagen ebenfalls zum Heiland fliehen zu können.

"Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht; und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst! Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!" Galater 6,1-2

Dieser ganze Prozess braucht viel Geduld und Gnade. Wir möchten unseren Kindern nicht das Gefühl geben, dass wir gegen sie kämpfen, und sie ändern möchten. Ganz im Gegenteil. Wir kämpfen mit ihnen gegen ihre Sünde. Sie ist der gemeinsame Feind. Und mit Gottes Hilfe wollen wir unseren Kindern das Handwerkzeug lehren, um sie zu bekämpfen.

 

Gebet

Unsere Bemühungen um einen guten Charakter in unseren Kindern sollten von beständigem Gebet begleitet werden. Wir selbst können das Herz der Kinder nicht verändern. Nur Gott kann ihnen einen erneuerten Sinn geben, der danach strebt, durch gutes Verhalten IHM Ehre zu machen.

Nicht nur unsere Kinder brauchen Gebet. Auch wir selbst brauchen es. Damit wir unsere Kinder nicht überfordern, sondern sie fördern. Damit wir unsere Kinder nicht drängen, sondern ziehen. Damit wir sie nicht kommandieren, sondern leiten. Und damit wir die Gnade haben, sie zu Christus zu führen.

Wir erbitten das Wirken des Heiligen Geistes, der allein unsere Kinder dazu bringen kann, Buße zu tun, und ihre Sündenlast bei Jesus abzuladen.

"Das Wort wird im Menschenherzen nicht eher Glauben finden, als bis es vom inneren Zeugnis des Heiligen Geistes versiegelt worden ist." Johannes Calvin

Denn das ist das eigentliche Ziel unserer Erziehung. Die Erziehung hin zu Jesus.

 

 

 

13.3.17 14:47


Wie wir den Charakter unserer Kinder formen können

 

Wie wir den Charakter  unserer Kinder formen können

von Susanne Hiller

 

"Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet." 2 Timotheus 3,14-16

 

Die Belehrung

Wenn wir den Charakter unserer Kinder nach biblischen Richtlinien formen möchten, dann steht an erster Stelle die Belehrung. Es ist erstaunlich, wie viel Kinder verstehen, und wie gerne sie unsere Erwartungen erfüllen, wenn sie nur gründlich darüber belehrt werden, was sie tun sollen. Und nur auf Grundlage einer sorgfältigen Belehrung kann ein Kind überführt, zurechtgewiesen und erzogen werden.

Das Wort Gottes ist das Unterrichtsmaterial, die Familie der Klassenraum, und das Beherzigen von Bibelversen die Pädagogik, um den Charakter eines Kindes zu formen, und die kleinen Herzen für das Wirken des Heiligen Geistes vorzubereiten.

 "Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben." 5 Mose 6,4-9

Es gibt den Tag über eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Belehrung der Kinder ganz informell, oder auch im Rahmen einer Andacht durchzuführen. Je mehr wir als Eltern jede Gelegenheit ergreifen, den Alltag unserer Kinder mit dem Wort Gottes zu durchtränken, umso natürlicher wird ihre Weltanschauung und ihr Charakter dadurch geprägt.

 

- Theoretische Belehrung

Meine vier Kinder sind im Moment zwischen 8 Monaten und 5 Jahren alt. Da noch kein Kind in der Schule ist, verbringen wir den ganzen Tag zusammen, und nehmen auch alle Mahlzeiten miteinander ein. An den Wochentagen ist mein Mann nur beim Abendessen anwesend. Nun könnt ihr euch vorstellen, dass das Tischgespräch zwischen drei kleinen Jungs häufig weder geistreich, noch auferbauend ist. Gleichzeitig sitzen sie einigermaßen sinnvoll beschäftigt auf ihren Stühlen fest. Daher ist das für mich zur Zeit die beste Gelegenheit, mehrmals am Tag für einige Sekunden bis Minuten ihre Aufmerksamkeit zu erhalten, und die nötige Konzentration zum Auswendiglernen von Bibelversen hervorzurufen.

Zu diesem Zweck habe ich mir die biblischen Eigenschaften, die ich fest in ihrem Charakter verankern möchte, samt Definitionen und Bibelversen ausgedruckt, einlaminiert, und habe diese Lernkarten nun immer griffbereit am Tisch. Wenn das Essen ausgeteilt ist und etwas Ruhe einkehrt, nehmen wir uns eine Karte vor, sprechen über die Eigenschaft, ich erkläre die Definition, und wir wiederholen zusammen einen Vers. Wir beschäftigen uns mehrere Tage mit einer Eigenschaft, bis alle drei Jungs die Definition und einen Bibelvers gut kennen, und die Älteren einen Vers auswendig können. Dann nehmen wir uns die nächste Eigenschaft vor.

Wenn ihr meine Lernkarten gerne auch für eure Familie nutzen möchtet, könnt ihr sie hier herunterladen: http://workupload.com/file/8N6XNcM

Dieser erste Schritt, Charaktereigenschaften mit Definition und Bibelversen auswendig zu lernen, ist für die Kleinen eine eher theoretische Belehrung, die ihnen recht abstrakt vorkommen kann. Daher ist es wichtig, zusätzlich auch praktische Belehrung folgen zu lassen. Wie soll die Charaktereigenschaft, über die wir gesprochen haben, im Alltag der Kinder zum Ausdruck kommen?

 

- Praktische Belehrung

Um dies für meine noch kleinen Kinder greifbar zu machen, lernen wir für einige "Standardsituationen" feste Verhaltensweisen und Konfliktlösungen ein.

Denken wir nochmal an das bereits angesprochene Beispiel: Zwei Jungs streiten sich um ein Spielzeugauto. Die Kinder sollen selbst lernen, den Streit zu lösen, indem jeder von ihnen bereit ist, den Weg der Liebe und des Verzichts zu gehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, üben wir folgende Sätze:

"Darf ich das bitte auch mal haben, wenn du fertig bist?" Derjenige, der fragt, erwartet also nicht, dass er das Auto sofort bekommt, sonder gibt liebevoll seinem Bruder Raum, das Spielzeug zu nutzen, bis er fertig ist.

Doch der andere Junge sollte das nicht ausnutzen, und stundenlang weiter mit dem Auto spielen. Vielmehr sollte er gerne zugunsten seines Bruders verzichten können. Daher üben wir den Satz: "Ja, ich gebe es dir, wenn ich noch 1 Minute gespielt habe (2 Runden gefahren bin...)." Und nach kurzer Wartezeit teilt er das Spielzeug mit seinem Bruder. Natürlich hat er dann die Freiheit zu sagen: "Kannst du mir das Auto bitte zurück geben, wenn du fertig bist." Und nun ist der Erste wieder dran, kurz zu spielen und dann zu teilen. So kann ein aktives, freundliches Zusammenspiel gelingen.

Belehre deine Kinder auch darüber, welches Verhalten du von ihnen erwartest, wenn es doch zu einem Konflikt kommt, und ein Bruder z.B. anfängt, den anderen zu hauen. Wenn das geschlagene Kind nun weinend zur Mama rennt, und sich über seinen Bruder beklagt, wird es dann eine Petze genannt, und kommentarlos zurück in die eskalierte Situation geschickt? Es wird wohl kaum einen anderen Weg sehen, als sich zu rächen, und zurück zu schlagen.

Die biblische Richtlinie für den Umgang mit einem Konflikt finden wir in Matthäus 18.

"Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht." Matthäus 18,15+16

Diese Verse können nicht nur auf das Zusammenleben in der Gemeinde angewendet werden, sondern sind auch in der Familie eine gute Möglichkeit, mit Konflikten umzugehen. Wir üben also mit den Kindern, dass sie einen Bruder, der etwas Falsches tut, zunächst selbst zurechtweisen:

"Du darfst mich nicht hauen, du sollst dich beherrschen und mit mir reden!"

"Du darfst mich nicht ärgern, du sollst friedfertig sein!"

Versteht der Bruder, dass er etwas Falsches getan hat, ist auch für die Versöhnung das richtige Verhalten wichtig. Dazu zählt eine vollständige Entschuldigung auf der einen, und Versöhnungsbereitschaft auf der anderen Seite. Wie beides konkret zum Ausdruck gebracht werden kann, könnte ebenfalls in Sätzen eingeübt werden, und Teil der Belehrung sein.

Hört der Bruder jedoch nicht auf diese Zurechtweisung, dann ist es der richtige Weg, die Sache den Eltern vorzutragen, damit sie über die entsprechenden Konsequenzen entscheiden können.

All diese Situationen tauchen täglich im Leben unserer Kinder auf, und wir müssen ihnen das richtige Werkzeug an die Hand geben, um biblisch damit umzugehen, und dabei gute Charaktereigenschaften zu entwickeln.

 

Die Überführung

Kaum ist das Essen mit integrierter Belehrung beendet, und die Kinder sind wieder spielen gegangen, bricht auch schon der erste Streit aus. Das ist keineswegs ein Zeichen dafür, dass alle Belehrung umsonst war. Vielmehr ist es die natürliche Gelegenheit dafür, dem Gelernten Nachdruck zu verleihen, es weiter zu erläutern, und zu üben.

Dabei ist es von großer Bedeutung, dass die Überführung mithilfe des Wortes Gottes stattfindet, und das gelernte Vokabular Anwendung findet. Beispielsweise kann man sagen: "Kind, wir haben gelernt, dass Gott von uns möchte, dass wir freundlich miteinander reden. Du kennst doch den Vers: "Euer Reden sei allezeit freundlich." Kolosser 4,5. Du hast aber gerade deinen Bruder mit einem bösen Ausdruck beschimpft, und hast damit gezeigt, dass du Hass in deinem Herzen hast. Verstehst du, dass das Sünde ist?"

Es steht im Ermessen der Eltern, die Überführung durch eine angemessene Züchtigung zu unterstützen, insbesondere wenn das Kind hartnäckig in seiner Torheit verharrt. (vgl. Sprüche 22,15)

Auf diese Weise wird das Kind von der Sünde im eigenen Herzen überführt, und es entsteht die evangeliumsgemäße Erkenntnis, dass es einen Heiland braucht. Die Entschuldigung und Versöhnung mit dem Bruder sollte unmittelbar folgen.

 

Die Zurechtweisung

Aber auch dabei dürfen wir es nicht bewenden lassen. Um konsequent das Gute zu fördern, wollen wir unser Kind zum Schluss noch einmal auf das hinweisen, was recht ist, und ihm erklären, was es hätte tun sollen.

"Du hast dich darüber geärgert, dass dein Bruder mit deinem Auto spielt. Du hattest Hass in deinem Herzen und hast ihn deshalb beschimpft. Wie hättest du stattdessen freundlich und selbstbeherrscht reagieren können?"

Wenn die Situation es zulässt, kann man das sogar aktiv üben, indem man die Begebenheit nochmal nachspielt, aber auf die richtigen Reaktionen und freundliches Reden achtet. Wenn dabei eingeübte Sätze zur Anwendung kommen, und die Kinder einen gut bekannten, eingespielten Weg gehen können, fällt es ihnen leichter, Konflikte schon bald selbst zu lösen oder gleich zu vermeiden.

 

Diese drei Schritte sind die wichtigsten Werkzeuge zur Erziehung in der Gerechtigkeit. Doch es gibt bei der Formung eines guten Charakters noch weitere Aspekte, die wir nicht außer Acht lassen sollten, und daher im nächsten Artikel noch besprechen wollen.

 

 

25.2.17 16:15


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