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Was den Charakter unserer Kinder beeinflusst

 


 

Was den Charakter  unserer Kinder beeinflusst

von Susanne Hiller

 

Eine der ersten Erinnerungen aus meiner Kindheit ist die, dass mein großer Bruder und ich uns mit unseren Kopfkissen jeder vor einen großen Lautsprecher unserer Stereoanlage im Wohnzimmer legten, und Kassetten hörten. Meine Lieblingskassette war "Eine Mutter für viele Kinder" und handelte von Eva von Thiele-Winkler, einer jungen Adligen um 1900, die ihre Aufgabe darin sah, heimatlosen Kindern eine Heimat zu schaffen. Ich kann nicht sagen, wie stark diese Kassette aus meinen frühen Kinderjahren mein Denken geprägt hat.

Kaum konnte ich lesen, hatte ich kein lieberes Hobby, als mich mit einem Buch zu verkriechen. Und auch da hatte ich ein klares Lieblingsbuch: "Stärker als tausend Wasserbüffel". Eine Erzählung der Lebensgeschichte von Gladys Aylward, einer jungen britischen Chinamissionarin, die während des zweiten Weltkrieges viele Waisenkinder bei sich aufnahm, und mit über hundert von ihnen über die Berge floh.

Die Geschichten mutiger, selbstaufopfernder Frauen wie Amy Carmichael, Elisabeth Elliot, Susanna Wesley, und viele mehr, faszinierten mich. Sie gaben mir als jungem Mädchen eine klare Sicht dafür, was meine Aufgabe in dieser Welt ist. Weit entfernt von den Teenagern meines Alters, drehten sich meine Gedanken nicht um Glitzernagellack, Handtaschen, und Fernsehserien. Ich brannte darauf, wie meine großartigen Vorbilder Gott zu dienen, und für ihn und andere zu leben.

 

Medien

Die Medien, mit denen unsere Kinder aufwachsen, können die Entwicklung eines guten Charakters unterstützen, oder dem entgegenwirken. Es ist ganz natürlich, dass unsere Kinder von Musik, Hörbüchern, Filme etc. geprägt werden, und umso wichtiger ist es, dass wir sie sorgfältig auswählen.

Meine drei Jungs lieben Bob der Baumeister, und spielen das Gesehene und Gehörte bei jeder Gelegenheit nach. Ich habe nichts dagegen, denn Bob der Baumeister ist ein hart arbeitender sympathischer Bauarbeiter. Das Team arbeitet gut zusammen, bewältigt gemeinsam Konflikte, und alle reden freundlich miteinander. Es handelt sich also um einen positiven Einfluss.

Welche Filme sehen unsere Kinder? Was begegnet ihnen im Internet? Was hören sie im Radio? Welche Bücher lesen sie? Als Eltern sollten wir immer auf der Hut sein. Bevor unsere Kinder alt und weise genug sind, selbst zu entscheiden, was ihnen gut tut, müssen wir das Schlechte von ihnen fernhalten, und aktiv das Gute fördern.

Ich weiß nicht, welche Romane ich gelesen hätte, oder womit ich sonst meine Zeit verschwendet hätte, wenn mein Vater nicht darauf geachtet hätte, dass ich immer eine spannende Biographie zu lesen habe. Nichts ist für Teenager aufregender und inspirierender als die Erlebnisse von Menschen, die tatsächlich gelebt haben.

Das führt mich direkt zum nächsten Punkt:

 

Vorbilder

Figuren in konsumierten Medien können gute Vorbilder für unsere Kinder sein. Doch noch lauter sprechen die Vorbilder ihrer realen Welt. Und das wichtigste Vorbild unserer Kinder sind wir, ihre Eltern.

Wenn wir nicht den Charakter haben, den wir von ihnen erwarten, dann ist alle Mühe umsonst. Unsere Kinder beobachten genau, wie wir mit unserem Ehepartner umgehen, und wie wir über andere sprechen, wenn diese nicht anwesend sind. Sie wissen, ob unsere Freundlichkeit gegenüber einer minderbemittelten Familie echt und herzlich ist, oder geheuchelt und abweisend. Sie erkennen schnell ob die Opfer, die wir für die Gemeinde und in der Gastfreundschaft bringen, gern und fröhlich gebracht werden, oder geizig, und mit Murren. Wie wichtig ist es, dass unser Herz erneuert ist, und die Frucht des Geistes hervorbringt, damit wir unseren Kindern keinen Anstoß zur Sünde geben.

" Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß [zur Sünde] gibt, für den wäre es besser, dass ein großer Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde." Matthäus 18,6

Weitere Vorbilder, die auch außerhalb der Familie wichtige Bezugspersonen für unsere Kinder werden können, sind gläubige Großeltern, Tanten, Onkel, junge Erwachsene in der Gemeinde, und christliche Familien.

 

Spielgefährten

Man kann nicht leugnen, welch großen Einfluss gleichaltrige Spielgefährten auf unsere Kinder ausüben.

Wenn wir an den Vers denken "Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!" (1 Korinther 15,33) dann wird uns klar, dass es entscheidend ist, gute Freunde für unsere Kinder zu finden. Wir treffen uns gerne mit anderen christlichen Familien, die Kinder im gleichen Alter haben, um gezielt Freundschaften herbeizuführen und zu fördern. So hoffen wir, dass die Kinder sich durch gutes Verhalten gegenseitig anspornen in der Entwicklung eines biblischen Charakters. Vor allem auch darin, wie man Frieden stiftet und Konflikte ausräumt, wenn etwas schief gelaufen ist.

Gnade

Ein guter Charakter entsteht nicht über Nacht. Es ist ein langer Prozess, den auch wir als Mamas noch nicht abgeschlossen haben, und bei dem wir unsere Kinder begleiten dürfen. Ich selbst profitiere sehr davon, mit meinen Kindern Bibelverse zu guten Charaktereigenschaften auswendig zu lernen, und möchte dadurch weiter darin wachsen, Christus ähnlicher zu werden.

Wie schön ist es, wenn wir mit unseren Kinder zusammen diesen Weg gehen können. Um ihnen ein gutes Vorbild zu sein, müssen wir ihnen nicht vorheucheln, wir seien perfekt. Vielmehr ist es ermutigend für sie, wenn sie sehen, wie wir auch sündigen, uns damit aber hemmungslos auf Jesus werfen. Es soll in ihnen den Wunsch erwecken, mit ihrem eigenen Versagen ebenfalls zum Heiland fliehen zu können.

"Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht; und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst! Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!" Galater 6,1-2

Dieser ganze Prozess braucht viel Geduld und Gnade. Wir möchten unseren Kindern nicht das Gefühl geben, dass wir gegen sie kämpfen, und sie ändern möchten. Ganz im Gegenteil. Wir kämpfen mit ihnen gegen ihre Sünde. Sie ist der gemeinsame Feind. Und mit Gottes Hilfe wollen wir unseren Kindern das Handwerkzeug lehren, um sie zu bekämpfen.

 

Gebet

Unsere Bemühungen um einen guten Charakter in unseren Kindern sollten von beständigem Gebet begleitet werden. Wir selbst können das Herz der Kinder nicht verändern. Nur Gott kann ihnen einen erneuerten Sinn geben, der danach strebt, durch gutes Verhalten IHM Ehre zu machen.

Nicht nur unsere Kinder brauchen Gebet. Auch wir selbst brauchen es. Damit wir unsere Kinder nicht überfordern, sondern sie fördern. Damit wir unsere Kinder nicht drängen, sondern ziehen. Damit wir sie nicht kommandieren, sondern leiten. Und damit wir die Gnade haben, sie zu Christus zu führen.

Wir erbitten das Wirken des Heiligen Geistes, der allein unsere Kinder dazu bringen kann, Buße zu tun, und ihre Sündenlast bei Jesus abzuladen.

"Das Wort wird im Menschenherzen nicht eher Glauben finden, als bis es vom inneren Zeugnis des Heiligen Geistes versiegelt worden ist." Johannes Calvin

Denn das ist das eigentliche Ziel unserer Erziehung. Die Erziehung hin zu Jesus.

 

 

 

13.3.17 14:47


Wie wir den Charakter unserer Kinder formen können

 

Wie wir den Charakter  unserer Kinder formen können

von Susanne Hiller

 

"Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet." 2 Timotheus 3,14-16

 

Die Belehrung

Wenn wir den Charakter unserer Kinder nach biblischen Richtlinien formen möchten, dann steht an erster Stelle die Belehrung. Es ist erstaunlich, wie viel Kinder verstehen, und wie gerne sie unsere Erwartungen erfüllen, wenn sie nur gründlich darüber belehrt werden, was sie tun sollen. Und nur auf Grundlage einer sorgfältigen Belehrung kann ein Kind überführt, zurechtgewiesen und erzogen werden.

Das Wort Gottes ist das Unterrichtsmaterial, die Familie der Klassenraum, und das Beherzigen von Bibelversen die Pädagogik, um den Charakter eines Kindes zu formen, und die kleinen Herzen für das Wirken des Heiligen Geistes vorzubereiten.

 "Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben." 5 Mose 6,4-9

Es gibt den Tag über eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Belehrung der Kinder ganz informell, oder auch im Rahmen einer Andacht durchzuführen. Je mehr wir als Eltern jede Gelegenheit ergreifen, den Alltag unserer Kinder mit dem Wort Gottes zu durchtränken, umso natürlicher wird ihre Weltanschauung und ihr Charakter dadurch geprägt.

 

- Theoretische Belehrung

Meine vier Kinder sind im Moment zwischen 8 Monaten und 5 Jahren alt. Da noch kein Kind in der Schule ist, verbringen wir den ganzen Tag zusammen, und nehmen auch alle Mahlzeiten miteinander ein. An den Wochentagen ist mein Mann nur beim Abendessen anwesend. Nun könnt ihr euch vorstellen, dass das Tischgespräch zwischen drei kleinen Jungs häufig weder geistreich, noch auferbauend ist. Gleichzeitig sitzen sie einigermaßen sinnvoll beschäftigt auf ihren Stühlen fest. Daher ist das für mich zur Zeit die beste Gelegenheit, mehrmals am Tag für einige Sekunden bis Minuten ihre Aufmerksamkeit zu erhalten, und die nötige Konzentration zum Auswendiglernen von Bibelversen hervorzurufen.

Zu diesem Zweck habe ich mir die biblischen Eigenschaften, die ich fest in ihrem Charakter verankern möchte, samt Definitionen und Bibelversen ausgedruckt, einlaminiert, und habe diese Lernkarten nun immer griffbereit am Tisch. Wenn das Essen ausgeteilt ist und etwas Ruhe einkehrt, nehmen wir uns eine Karte vor, sprechen über die Eigenschaft, ich erkläre die Definition, und wir wiederholen zusammen einen Vers. Wir beschäftigen uns mehrere Tage mit einer Eigenschaft, bis alle drei Jungs die Definition und einen Bibelvers gut kennen, und die Älteren einen Vers auswendig können. Dann nehmen wir uns die nächste Eigenschaft vor.

Wenn ihr meine Lernkarten gerne auch für eure Familie nutzen möchtet, könnt ihr sie hier herunterladen: http://workupload.com/file/8N6XNcM

Dieser erste Schritt, Charaktereigenschaften mit Definition und Bibelversen auswendig zu lernen, ist für die Kleinen eine eher theoretische Belehrung, die ihnen recht abstrakt vorkommen kann. Daher ist es wichtig, zusätzlich auch praktische Belehrung folgen zu lassen. Wie soll die Charaktereigenschaft, über die wir gesprochen haben, im Alltag der Kinder zum Ausdruck kommen?

 

- Praktische Belehrung

Um dies für meine noch kleinen Kinder greifbar zu machen, lernen wir für einige "Standardsituationen" feste Verhaltensweisen und Konfliktlösungen ein.

Denken wir nochmal an das bereits angesprochene Beispiel: Zwei Jungs streiten sich um ein Spielzeugauto. Die Kinder sollen selbst lernen, den Streit zu lösen, indem jeder von ihnen bereit ist, den Weg der Liebe und des Verzichts zu gehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, üben wir folgende Sätze:

"Darf ich das bitte auch mal haben, wenn du fertig bist?" Derjenige, der fragt, erwartet also nicht, dass er das Auto sofort bekommt, sonder gibt liebevoll seinem Bruder Raum, das Spielzeug zu nutzen, bis er fertig ist.

Doch der andere Junge sollte das nicht ausnutzen, und stundenlang weiter mit dem Auto spielen. Vielmehr sollte er gerne zugunsten seines Bruders verzichten können. Daher üben wir den Satz: "Ja, ich gebe es dir, wenn ich noch 1 Minute gespielt habe (2 Runden gefahren bin...)." Und nach kurzer Wartezeit teilt er das Spielzeug mit seinem Bruder. Natürlich hat er dann die Freiheit zu sagen: "Kannst du mir das Auto bitte zurück geben, wenn du fertig bist." Und nun ist der Erste wieder dran, kurz zu spielen und dann zu teilen. So kann ein aktives, freundliches Zusammenspiel gelingen.

Belehre deine Kinder auch darüber, welches Verhalten du von ihnen erwartest, wenn es doch zu einem Konflikt kommt, und ein Bruder z.B. anfängt, den anderen zu hauen. Wenn das geschlagene Kind nun weinend zur Mama rennt, und sich über seinen Bruder beklagt, wird es dann eine Petze genannt, und kommentarlos zurück in die eskalierte Situation geschickt? Es wird wohl kaum einen anderen Weg sehen, als sich zu rächen, und zurück zu schlagen.

Die biblische Richtlinie für den Umgang mit einem Konflikt finden wir in Matthäus 18.

"Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht." Matthäus 18,15+16

Diese Verse können nicht nur auf das Zusammenleben in der Gemeinde angewendet werden, sondern sind auch in der Familie eine gute Möglichkeit, mit Konflikten umzugehen. Wir üben also mit den Kindern, dass sie einen Bruder, der etwas Falsches tut, zunächst selbst zurechtweisen:

"Du darfst mich nicht hauen, du sollst dich beherrschen und mit mir reden!"

"Du darfst mich nicht ärgern, du sollst friedfertig sein!"

Versteht der Bruder, dass er etwas Falsches getan hat, ist auch für die Versöhnung das richtige Verhalten wichtig. Dazu zählt eine vollständige Entschuldigung auf der einen, und Versöhnungsbereitschaft auf der anderen Seite. Wie beides konkret zum Ausdruck gebracht werden kann, könnte ebenfalls in Sätzen eingeübt werden, und Teil der Belehrung sein.

Hört der Bruder jedoch nicht auf diese Zurechtweisung, dann ist es der richtige Weg, die Sache den Eltern vorzutragen, damit sie über die entsprechenden Konsequenzen entscheiden können.

All diese Situationen tauchen täglich im Leben unserer Kinder auf, und wir müssen ihnen das richtige Werkzeug an die Hand geben, um biblisch damit umzugehen, und dabei gute Charaktereigenschaften zu entwickeln.

 

Die Überführung

Kaum ist das Essen mit integrierter Belehrung beendet, und die Kinder sind wieder spielen gegangen, bricht auch schon der erste Streit aus. Das ist keineswegs ein Zeichen dafür, dass alle Belehrung umsonst war. Vielmehr ist es die natürliche Gelegenheit dafür, dem Gelernten Nachdruck zu verleihen, es weiter zu erläutern, und zu üben.

Dabei ist es von großer Bedeutung, dass die Überführung mithilfe des Wortes Gottes stattfindet, und das gelernte Vokabular Anwendung findet. Beispielsweise kann man sagen: "Kind, wir haben gelernt, dass Gott von uns möchte, dass wir freundlich miteinander reden. Du kennst doch den Vers: "Euer Reden sei allezeit freundlich." Kolosser 4,5. Du hast aber gerade deinen Bruder mit einem bösen Ausdruck beschimpft, und hast damit gezeigt, dass du Hass in deinem Herzen hast. Verstehst du, dass das Sünde ist?"

Es steht im Ermessen der Eltern, die Überführung durch eine angemessene Züchtigung zu unterstützen, insbesondere wenn das Kind hartnäckig in seiner Torheit verharrt. (vgl. Sprüche 22,15)

Auf diese Weise wird das Kind von der Sünde im eigenen Herzen überführt, und es entsteht die evangeliumsgemäße Erkenntnis, dass es einen Heiland braucht. Die Entschuldigung und Versöhnung mit dem Bruder sollte unmittelbar folgen.

 

Die Zurechtweisung

Aber auch dabei dürfen wir es nicht bewenden lassen. Um konsequent das Gute zu fördern, wollen wir unser Kind zum Schluss noch einmal auf das hinweisen, was recht ist, und ihm erklären, was es hätte tun sollen.

"Du hast dich darüber geärgert, dass dein Bruder mit deinem Auto spielt. Du hattest Hass in deinem Herzen und hast ihn deshalb beschimpft. Wie hättest du stattdessen freundlich und selbstbeherrscht reagieren können?"

Wenn die Situation es zulässt, kann man das sogar aktiv üben, indem man die Begebenheit nochmal nachspielt, aber auf die richtigen Reaktionen und freundliches Reden achtet. Wenn dabei eingeübte Sätze zur Anwendung kommen, und die Kinder einen gut bekannten, eingespielten Weg gehen können, fällt es ihnen leichter, Konflikte schon bald selbst zu lösen oder gleich zu vermeiden.

 

Diese drei Schritte sind die wichtigsten Werkzeuge zur Erziehung in der Gerechtigkeit. Doch es gibt bei der Formung eines guten Charakters noch weitere Aspekte, die wir nicht außer Acht lassen sollten, und daher im nächsten Artikel noch besprechen wollen.

 

 

25.2.17 16:15


Der vollkommene Charakter

 

 

Der vollkommene Charakter

von Susanne Hiller

 

"Das ist meins! Gibt das her!"

"Nein, ich hatte es zuerst! Lass los!"

Wer kennt nicht diesen ewigen Streit um Spielzeug. Zwei Kinder reißen sich um das gleiche Spielzeugauto, keiner gibt nach. Jeder hat Argumente, warum er das erste Recht an dem Auto haben sollte.

Die meisten Eltern versuchen nun, für Gerechtigkeit zu sorgen und fragen: Wer hatte das Spielzeug zuerst? Dann sprechen sie es dem jeweiligen Kind zu. Das andere Kind geht leer aus und lernt daraus, dass es nächstes Mal schneller nach dem Spielzeug greifen muss, um im Recht zu sein.

Im Stress des Alltags versuchen Eltern häufig, Streit möglichst schnell zu schlichten, ohne über die langfristigen Folgen für die Charakterentwicklung ihrer Kinder nachzudenken. Das Verhalten eines Kindes zeigt die Einstellung seines Herzens. Eltern, die nicht an der Herzenshaltung der Kinder arbeiten, gehen nicht gezielt an die Wurzel des Problems. Sie befindet sich im Charakter des Kindes, das lernen muss, Böses abzulegen, um Gutes anzuziehen.

"Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit." Epheser 4,22-24

Bei dem oben beschriebenen Streit geht es nicht nur um ein Spielzeugauto. Es geht darum, dass beide Kinder sich selbst mehr lieben als ihren Nächsten. Darum, dass jedes der Kinder selbstsüchtig handelt, und nur für die eigenen Interessen kämpft. Darum, dass die Kinder ein Auto zum Götzen machen, indem sie denken, es sei notwendig zu ihrem Glück. Darum, dass keines der beiden Kinder den Weg des Friedensstifters geht, den Weg des Verzichts, den Weg Jesu.

 

Jesus, unser dreifaches Vorbild

Jesus ist für uns und unsere Kinder das vollkommene Vorbild in der Beziehung zu Gott, in der Sicht auf sich selbst, und in seiner Beziehung zu anderen. Sein Leben war geprägt von dem gewissenhaften Bleiben im Willen des Vaters, von Selbstaufopferung, und von aktivem Dienst an anderen.

"Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk." Johannes 4,34

"Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele." Markus 10,45

Es ist schön, wenn schon die ganz Kleinen Jesus kennen und lieben lernen. Seine Selbstaufopferung, Liebe zu Gott und Güte gegenüber allen Menschen strahlt durch jede Geschichte der Evangelien, und erfüllt die Kinder mit Staunen, noch bevor sie es genau begreifen können.

Jesus lehrte einen junge Mann, als er sagte: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst" Lukas 10,27

Wenn wir den Charakter unserer Kinder biblisch prägen möchten, dann müssen wir unser Kind lehren, wie es Gott lieben kann, wie es sich selbst im Licht der Bibel sehen muss, und wie es sich gegenüber anderen Menschen zu verhalten hat.

 

- Die Beziehung zu Gott

Die Welt kennt viele Religionen und Götter. Sie wird unseren Kindern entweder vermitteln wollen, dass sie alle als ebenbürtig akzeptiert werden müssen, oder aber, dass es gar keinen Gott gibt.

Der feste Glaube an Gott ist die Grundlage für einen guten Charakter. Nur wenn wir glauben, dass Gott ist, und dass ihm als unserem Schöpfer und Erhalter unser vollkommener Gehorsam und unsere ganze Hingabe gehört, können wir sein Wort von ganzem Herzen befolgen. Daher kann nur eine biblische Weltanschauung als Grundlage für einen wahrhaft guten Charakter dienen. Denn es beginnt alles damit, dass wir Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele, allen Kräften und ganzem Gemüt lieben.

 

- Die Sicht auf das eigene Ich

Wenn ein Baby im Mutterleib heranwächst, erwarten die Eltern mit viel Spannung den Tag der Geburt. Wie wird das Kind aussehen? Wem ist es ähnlich? Spätestens im Laufe des ersten Lebensjahres, stellt sich dann eine noch tiefergehende Frage: Welche Persönlichkeit hat das Kind? Welche Wesensmerkmale von Vater oder Mutter hat es geerbt, und welches Temperament entpuppt sich?

Für Eltern ist es wichtig, die Stärken und Schwächen ihrer Kinder zu kennen, um bei der Erziehung individuell auf jedes einzelne Kind eingehen zu können. Doch wenn die Kinder heranwachsen, ist es erforderlich, dass sie selbst lernen, damit umzugehen, und mit ihren Gaben zu dienen.

Es ist Teil des Evangeliums, dass jeder Mensch ein Sünder ist, und das sollte jedes Kind über sich selbst wissen. Gleichzeitig müssen wir unserem Kind vor Augen stellen, wozu es berufen ist, und was Gott von ihm fordert. Dadurch ermöglichen wir dem Kind, selbstreflektierend sündige Selbstsucht wahrzunehmen, und sich stattdessen in Nächstenliebe zu üben.

 

- Die Beziehung zu anderen

"Mein Kind muss lernen, sich durchzusetzen." "Mein Kind braucht mehr Selbstbewusstsein, um sich gegen andere zu behaupten." So hört man es von Eltern, kaum dass ihr Kind in den Kindergarten kommt. Ist das das "Sozialverhalten", das Gott von unserem Kind sehen möchte?

Gottes Segen liegt auf dem, der andere höher achtet als sich selbst. Auf dem, der den niedrigen Weg des Dienens einschlägt. Auf dem, der einen aufmerksamen Blick für die Bedürfnisse anderer hat. Auf dem, der die eigene Sache nicht selbst in die Hand nimmt, sondern vertrauensvoll Gott überlässt.

Wer seinen persönlichen Ansprüchen, Neigungen, Wünschen und Willenszielen absagt, der unterstellt sich ganz der Leitung Christi, und wird umgeformt in sein Ebenbild.

 

Der vollkommene Charakter Jesu

Der Charakter Jesu war ein harmonisches Zusammenspiel wundervoller Eigenschaften.

Liebe, Barmherzigkeit, Güte, Freundlichkeit, Sanftmut, Vergebungsbereitschaft, Selbstbeherrschung, Weisheit, Großzügigkeit, Demut, Wahrheitsliebe, Geduld, Ernsthaftigkeit, Gottvertrauen, und viele mehr waren in ihm vollkommen verkörpert.

"Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt." Philipper 2,5-7

Selbst in seiner menschlichen Gestalt hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein. Und auch wir wollen so gesinnt sein, wie es der Gemeinschaft in Christus entspricht. Wir wollen unsere Kinder lehren, wie diese Gesinnung aussieht, und wie wir sie durch die Gemeinschaft mit Jesus empfangen.

"Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene." Römer 12,2

 

Der vollkommene Wandel Jesu

Wir wollen unseren Kindern auch erklären, was Stellvertretung bedeutet. Wir und unsere Kinder versagen häufig darin, all die biblischen Charaktereigenschaften zu verinnerlichen und an den Tag zu legen. Aber wir dürfen hinblicken auf Jesus, dessen aktiver Gehorsam gegenüber dem ganzen Gesetz jedem angerechnet wird, der Buße tut und an ihn glaubt.

"Dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird." Philipper 3,9

"Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung." 1 Korinther 1,30

 

Wie also sieht der vollkommene Charakter aus?

Es ist unsere lebenslange Aufgabe und Freude, den Charakter und das Leben Jesu zu studieren, und ihm nachzufolgen.

"Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach." Lukas 9,23

Für Eltern ist es sicher ein lohnendes Unterfangen, selbst darüber nachzudenken, welche Eigenschaften Jesu sie ihren Kindern als erstes lehren wollen. Jeder sollte sich Gedanken darüber machen, welche Eigenschaften er prägend in den Charakter seines Kindes verankern möchte. Als Ausgangspunkt stelle ich hier gerne meine aktuelle Liste zur Verfügung, wobei sie sicher in den nächsten Jahren noch erweiter, und besser ausgearbeitet werden wird:

Liebe, Selbstbeherrschung, Gehorsam, Ehrlichkeit, Vergebungsbereitschaft, Dankbarkeit, Aufmerksamkeit, Ehrfurcht, Respekt, Geduld, Weisheit, Ausdauer, Gottesfurcht, Gottvertrauen, Freundlichkeit, Güte, Barmherzigkeit, Freude, Standhaftigkeit, Friedfertigkeit, Demut, Sanftmut, Mäßigkeit, Zufriedenheit, Besonnenheit, Höflichkeit, Zuverlässigkeit, Sittsamkeit

 

Im nächsten Artikel möchten wir überlegen, welche Möglichkeiten wir haben, diese Eigenschaften konkret in den Charakter unserer Kinder zu verankern.

 

 

 

15.2.17 09:50


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